Über uns

Im Programm „Migration und Erinnerungskultur“ setzen sich seit 2016 in verschiedenen Projekten viele Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchterfahrungen mit der Frage auseinander, wie unsere Erinnerungslandschaft vielfältiger werden kann. Sie beschäftigen sich mit Geschichte. Und damit, wie heute an Geschichte erinnert wird. Und sie haben eigene Ideen für eine vielfältige Erinnerungskultur entwickelt und umgesetzt: z. B. an Ausstellungen mitgearbeitet oder Stadtrundgänge entwickelt. Die Ergebnisse sollten diskutiert, gezeigt, ausgetauscht und gefeiert werden. Deshalb veranstalteten die Stiftung EVZ und die KOOPERATIVE BERLIN am 30. November und 1. Dezember 2018, gemeinsam mit den Projektträger*innen im Programm „Migration & Erinnerungskultur | Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren“, das Barcamp YOUR HISTORY.

Alle, die an einem Projekt im Programm „Migration und Erinnerungskultur“ teilgenommen haben, sich für die Projekte und Themen interessieren oder an ähnlichen Fragen arbeiten, wurden zu dieser zweitägigen Veranstaltung nach Berlin eingeladen. Das Schöne ist: Bei einem „Barcamp“ kommen alle sehr schnell ins Gespräch. Die Stimmung ist freundlich. Alle dürfen mitbestimmen, welche Workshops es gibt. Jede*r kann einen Workshop geben. Wie so ein Barcamp funktioniert, könnt ihr hier euch z. B. hier ansehen.

Das Barcamp wird von der Stiftung EVZ und der KOOPERATIVE BERLIN in Zusammenarbeit mit Partner*innen umgesetzt

Die Stiftung EVZ leistet mit dem Förderprogramm “Migration und Erinnerungskultur” einen Beitrag für die Diskussion um einen zeitgemäßen Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus in der Migrationsgesellschaft. Im Fokus der Förderung steht die Entwicklung von Bildungsmaterialien und die Ausbildung von Multiplikator*innen in der historischen Bildung.

Die KOOPERATIVE BERLIN arbeitet im analogen und digitalen Lebensraum. Neben Netzthemen und dem digitalen Wandel beackern wir als Redaktionsbüro, Medienproduktion und Studio für Strategische Beratung vor allem die Felder Zeitgeschichte, Politik, Kultur und Bildung. Im Themengeflecht „Migration und Erinnerungskultur“ haben wir in den letzten Jahren u. a. Workshops, Open Spaces und SummerSchools (mit-)konzipiert und umgesetzt… und nun das Barcamp YOUR HISTORY! Es war uns ein Fest!

Partner*innen

Amaro Drom setzt zur Zeit u. a. das Projekt „ROMANE KRLA – DIE ROMA STIMMEN“ um. Ziel ist es, bundesweit junge Rom*nja als Multiplikator*innen für die Geschichte und Erinnerungskultur von Rom*nja, Jüd*innen und anderen Minderheiten auszubilden. Die Teilnehmenden werden befähigt, Workshops zu Themen wie Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus durchzuführen.

Das ABI hat im Programm „Migration und Erinnerungskultur“ das Projekt „NOT ABOUT US WITHOUT US – PERSPEKTIVENWECHSEL BEI DER AUFARBEITUNG VON VÖLKERMORDEN“ umgesetzt. Das multiperspektivische Ausbildungsprogramm umfasste inhaltliche und methodische Workshops, die Organisation einer Tagung, Aktionen zum Internationalen Genozidtag und die Entwicklung einer Ausstellung gemeinsam mit dem Mitte Museum Berlin.

Das Max Mannheimer Haus in Dachau hat den Kurs „DIVERSITÄT, ERINNERUNG, GESCHICHTE – AUSBILDUNG VON MULTIPLIKATOR*INNEN FÜR EINE HETEROGENE GESELLSCHAFT“ entwickelt, der aus Menschen mit und ohne Migrationsbiografie besteht. In dem Kurs werden gemeinsam Konzepte für Rundgänge und Studienprogramme entwickelt, die den spezifischen Herausforderungen historisch-politischer Bildung in der Einwanderungsgesellschaft gerecht werden.

„LOKALE GESCHICHTE IN OLDENBURG ENTDECKEN“ heißt das Projekt von Werkstattfilm e.V. Im Projekt entstehen eine mobile Ausstellung und Stadtrundgänge zu den Themen Jüdisches Leben, Sinti und Roma sowie Geschichte der Zwangsarbeit in Oldenburg zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Teilnehmenden verbinden dies mit ihren eigenen Erfahrungen. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden mehrsprachig angeboten.

Die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/ Main entwickelt im Projekt „MACH DICH ZUM PROFI! QUALIFIZIERUNGSPROGRAMM IN DER HISTORISCH-POLITISCHEN BILDUNG“ in einem partizipativen Prozess Workshops für die Arbeit mit Jugendlichen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrungen in der neuen Anne Frank Ausstellung und in der neuen Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt/ Main. Zugleich bietet das Projekt jungen Erwachsenen mit und ohne Fluchterfahrung eine Berufsperspektive in der museumspädagogischen und außerschulischen historisch-politischen Bildung.

Das Multikulturelle Zentrum Dessau vertieft mit dem Projekt „ERINNERUNGSWERKSTATT: SUCHEN, FINDEN, VERSTEHEN UND ERZÄHLEN“ Kenntnisse zum Thema Nationalsozialismus in Dessau sowie zu anderen Formen kollektiver Gewalt des 20. Jahrhunderts. Neu Zugewanderte werden in die Erinnerungskultur einbezogen und gemeinsam mit ihnen Konzepte für die historisch-politische Bildung von Gruppen unterschiedlichen Alters und Geschlechts sowie unterschiedlicher Nationalität und Religion entwickelt.

Im Projekt „BE THE CHANGE! – ERINNERUNGSKULTUR GEMEINSAM GESTALTEN AM INTERNATIONALEN PLATZ VOGELSANG IP“ steht besonders die Teilhabe an einer differenzierten und kritischen Erinnerungskultur im Fokus. Das Projekt wird am Erinnerungsort Vogelsang umgesetzt: einem sogenannten „Täterort”. Die Teilnehmenden – Menschen mit und ohne Migrations- und/oder Fluchthintergrund – lernen inklusive Ansätze der Geschichtsdidaktik, Menschenrechtsbildung und Demokratiepädagogik sowie partizipative Ansätze der Vermittlungsarbeit kennen. Auf dieser Grundlage entwickeln sie neue Formate der historisch-politischen Bildung.